Liebe ohne Begehren

Veröffentlicht am 6. Mai 2024 und aktualisiert am 13. Mai 2026 von Louise Paitel
Liebe ohne Begehren

Kann man seinen Partner oder seine Partnerin von ganzem Herzen lieben, ohne sie oder ihn sexuell zu begehren? Eine Frage, die sich in vielen Paarbeziehungen irgendwann einmal stellt. Um diese Frage zu beantworten, haben wir unsere Lieblingspsychologin und Sexualtherapeutin, Louise Paitel, um einen Beitrag gebeten. Sie teilt hier ihre professionelle und differenzierte Sichtweise auf die Diskrepanz zwischen Liebe und Verlangen und gibt Anregungen, wie man sie besser verstehen und damit umgehen kann.

Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass Liebe und sexuelles Verlangen untrennbar miteinander verbunden sind. Dennoch ist es durchaus möglich und sogar relativ häufig, seinen Partner oder seine Partnerin sehr zu lieben, ohne sie oder ihn sexuell zu begehren. Übrigens ist genau dieser Punkt einer der häufigsten Gründe für eine Beratung in der Paartherapie und in der Sexualwissenschaft. Und das damit verbundene Leiden hat weniger mit dem fehlenden Verlangen an sich zu tun, sondern vielmehr mit den Gefühlen, die damit einhergehen. Die Person, die kein Verlangen mehr empfindet, kann Schuldgefühle oder ein Gefühl des Versagens verspüren, während die andere Person sich abgelehnt fühlen oder die Beziehung in Frage stellen könnte.

Prävalenz

Bei Männern ergab eine deutsche Studie (Meissner et al., 2019) eine Prävalenz von 4,7 % für ein geringes sexuelles Verlangen, was darauf hindeutet, dass diese Störung einen relativ geringen Anteil der männlichen Bevölkerung betrifft. Laut DSM-5 variiert die Prävalenz je nach Herkunftsland und Bewertungsmethode zwischen 3 % und 17 %, wobei die Raten bei jüngeren Männern (16 bis 24 Jahre) zwischen 3 % und 14 % und bei älteren Männern (60 bis 74 Jahre) zwischen 16 % und 28 % liegen.

Bei Frauen zeigte die australische Studie von Zheng et al. (2020) an 10.554 Frauen, dass 27,4 % der Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren und 58,9 % der Frauen im Alter von 45 bis 49 Jahren ein geringes Verlangen aufwiesen, während 12,2 % bzw. 31,6 % an einer hypoaktiven sexuellen Luststörung litten. Eine aktuelle Metaanalyse (Tetik & Yalçınkaya Alkar, 2023) bestätigt die Prävalenz von 29 % für geringes sexuelles Verlangen und von 12 % für eine hypoaktive sexuelle Luststörung.

Tatsächlich ist es unerlässlich, zwischen normalen Schwankungen des Verlangens und einer nachgewiesenen Störung zu unterscheiden. Die hypoaktive sexuelle Luststörung wird definiert als ein anhaltender oder wiederkehrender Mangel an sexuellen Fantasien oder Gedanken und/oder Verlangen und/oder als fehlende Empfänglichkeit für sexuelle Aktivitäten, was zu einer starken persönlichen Belastung und/oder Schwierigkeiten in der Beziehung führen kann. Gemäß der Definition bestehen diese Symptome über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten (APA, 2013), trotz potenzieller Gelegenheiten für erfüllenden Geschlechtsverkehr.

Ist bei den Betroffenen kein Leidensdruck vorhanden, stellt der Rückgang des Verlangens keine klinische Störung dar. Das verhindert eine Stigmatisierung oder Medikalisierung normaler Schwankungen im sexuellen Verlangen im Laufe des Lebens, die durch den Kontext, Müdigkeit, Schwangerschaft, Kinder, die Dauer der Beziehung, das Alter, Krankheit usw. beeinflusst werden.

Liebe und Verlangen

Das Wissen darum, dass Liebe und Verlangen zwei unterschiedlichen Mechanismen folgen, ermöglicht es, sich von einer manchmal vereinfachenden und Schuldgefühle hervorrufenden Sichtweise zu lösen. Tatsächlich können sich Liebe und Verlangen in unterschiedlichem Tempo entwickeln, ohne dass dies die Festigkeit der emotionalen Bindung in Frage stellt (Basson, 2001; 2005).

Zunächst einmal geht es bei der auf Liebe basierenden Bindung um emotionale Sicherheit. Die Liebesbindung beruht auf Vertrauen, Stabilität, Zärtlichkeit, gegenseitiger Unterstützung und dem Gefühl der Beständigkeit der Beziehung (Hazan & Shaver, 1987; Mikulincer & Shaver, 2007). Sexuelles Verlangen hingegen kann eine andere Dynamik beinhalten, bei der es um Neugier, Vorfreude, Fantasien, Erotik und Erregung geht. Dazu kann eine physische oder symbolische Distanz zwischen sich selbst und dem anderen erforderlich sein, damit ein Gefühl der Sehnsucht entsteht.

Wie Esther Perel betont, lebt das Verlangen vom Anderssein: Es setzt voraus, dass man den anderen als eigenständig, manchmal überraschend und nicht vollständig in den Alltag integriert wahrnimmt (Perel, 2006). Auch neurowissenschaftliche Forschungen bestätigen diese Unterscheidung. Studien zeigen, dass romantische Liebe, sexuelles Verlangen und Bindung teilweise unterschiedliche Netzwerke im Gehirn aktivieren (Aron et al., 2005; Fisher et al., 2002).

Zudem haben die Arbeiten von Rosemary Basson das Verständnis des sexuellen Verlangens, insbesondere bei Frauen, grundlegend erneuert. Im Gegensatz zum traditionellen linearen Modell (Verlangen → Erregung → Orgasmus) schlägt Basson ein zirkuläres Modell vor, in dem das Verlangen eher reaktiv als spontan ist. So kann es aus dem Beziehungskontext, aus körperlichem Kontakt oder aus emotionaler Intimität entstehen (Basson, 2001). Diese Perspektive erklärt, warum eine Person ihren Partner oder ihre Partnerin zutiefst lieben kann, ohne zwangsläufig spontane sexuelle Erregung für ihn oder sie zu empfinden.

Warum das Verlangen nachlässt und die Liebe bleibt

Zu den häufigsten Gründen zählen:

Der Einfluss von Zeit und Routine

Zu Beginn einer Beziehung geht die sogenannte Phase der leidenschaftlichen Liebe mit einer starken Aktivierung der Belohnungssysteme einher, verbunden mit einer erhöhten Ausschüttung von Dopamin. Diese Phase, die durch emotionale und sexuelle Intensität gekennzeichnet ist, kann einige Monate bis zu einigen Jahren anhalten. Mit der Zeit setzt ein Gewöhnungsprozess ein. Der Partner oder die Partnerin wird dann zu einer Bezugsperson, zu einem Verbündeten im Alltag, mit dem oder der man langfristige Pläne verwirklichen kann. Diese Veränderung ist normal und geht in der Regel mit einer Abnahme der erotischen Spannung einher (Aron et al., 2005). Tatsächlich stehen die aktivierten Gehirnareale nach mehreren Jahren der Beziehung eher im Zusammenhang mit Bindung und partnerschaftlicher Zufriedenheit als mit sexuellem Verlangen (Xu et al., 2012).

Beziehungsfaktoren

Verletzungen in einer Beziehung spielen eine wesentliche Rolle beim Nachlassen des Verlangens. Aufgestauter Frust, das Gefühl von Ungerechtigkeit, mangelnde Anerkennung oder eine gestörte Kommunikation können das sexuelle Verlangen nach und nach hemmen (Widmer & Ammar, 2013; McNulty et al., 2016). In manchen Paaren entsteht ein Teufelskreis: Je mehr das Verlangen nachlässt, desto mehr Spannungen entstehen, und desto mehr hemmen diese wiederum das Verlangen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Person, die mehr sexuelles Verlangen verspürt, angesichts des fehlenden Verlangens von Partnerin oder Partner insistiert oder beleidigt ist.

Beziehungsfaktoren

Das Sachbuch von Angélique Capelle Voisin „En quête du désir perdu : La méthode Alegria pour une sexualité épanouie“ ("Auf der Suche nach dem verlorenen Verlangen: Die Alegria-Methode für ein erfülltes Sexleben") (2023) gibt heterosexuellen Paaren in dieser Situation Ratschläge, wie sie ihre Kommunikation und damit auch ihr Liebesleben verbessern können.

Die Bedeutung kognitiver und emotionaler Faktoren

Das Verlangen wird von Gedanken, Überzeugungen und Emotionen beeinflusst. Leistungsdruck, gesellschaftliche Zwänge („man muss oft Lust auf Sex haben“) oder auch eine negative Einstellung zu Sexualität können das Verlangen hemmen. Wenn Sexualität eher als Pflicht denn als Vergnügen betrachtet wird, steigt der Stress und man neigt dazu, Sexualität zu vermeiden. Auch Emotionen wie Wut, Schuldgefühle oder Angst stellen starke Hemmnisse dar. Denn die Lust auf Sex erfordert eine gewisse psychische Verfügbarkeit, die bei Stress oder emotionalen und psychischen Spannungen schwer zu erreichen ist.

Kognitive Modelle des sexuellen Reaktionszyklus zeigen, dass die Aufmerksamkeit für erotische Reize eine wesentliche Voraussetzung für das Entstehung sexueller Erregung ist und dass ablenkende oder selbstkritische Gedanken dies stark beeinträchtigen können (Dove & Wiederman, 2000). So deutet eine Neuroimaging-Studie an, dass kognitive Mechanismen die Entstehung sexueller Erregung beeinträchtigen können (Poeppl et al., 2016). Ebenso werden Spectatoring und die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper mit einer Abnahme des sexuellen Verlangens und der sexuellen Lust in Verbindung gebracht (Woertman & van den Brink, 2012; Nobre & Pinto-Gouveia, 2008).

Abgesehen von intrusiven Gedanken und einem negativen Körperbild kann es zu einer Diskrepanz zwischen körperlicher Erregung und subjektivem Empfinden kommen, was sich in Schwierigkeiten äußert, die körperlichen Signale von Verlangen und Erregung wahrzunehmen (Chivers et al., 2010).

Verhaltens- und umweltbedingte Faktoren

Sexuelle Routinen, die Fokussierung auf die sexuelle Leistungsfähigkeit auf Kosten der Sinnlichkeit, mangelnde Kreativität, starre sexuelle Muster und die Vermeidung von Intimität können zu einem allmählichen Nachlassen des Verlangens beitragen (Capelle Voisin, 2023). Ebenso beeinflussen Umweltfaktoren wie der Mental Load, beruflicher Stress oder ein Mangel an Nähe, Zärtlichkeit und emotionalem Austausch in der Partnerschaft die Bereitschaft zum Verlangen stark (McCabe & Goldhammer, 2012).

Biologische und medizinische Faktoren

Hormonelle Schwankungen (Östrogene, Testosteron, Prolaktin …), chronische Erkrankungen, Schmerzen und Nebenwirkungen von Medikamenten, insbesondere bestimmter Antidepressiva, können unter anderem das sexuelle Verlangen beeinträchtigen. Bestimmte Lebensphasen oder Ereignisse wie Schwangerschaft, Wochenbett, Menopause, die Geburt eines Kindes, Testosteronmangel, Brust- oder Prostatakrebs usw. sind ebenfalls mit erheblichen Schwankungen des sexuellen Verlangens verbunden.

"Das sexuelle Verlangen beim Menschen ist nicht konstant, es kann je nach Lebensphase oder Situation nachlassen. Man „verliert“ also sein Verlangen nicht. Es kann aber in eine Art Ruhezustand übergehen, wenn das Umfeld dafür gerade nicht günstig ist. In manchen Fällen geht der Rückgang des Verlangens mit einer Form der normalen Anpassung an einen Kontext einher, der es nicht zulässt, sich auf körperlicher, psychischer, zwischenmenschlicher und sexueller Ebene verfügbar oder wohl zu fühlen. Es ist jedoch möglich, wieder günstige Bedingungen dafür zu schaffen." - Louise PAITEL, Psychologin, Sexualwissenschaftlerin und Forscherin an der Universität Côte d’Azur in Nizza (Frankreich). -

Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Auf dem Weg zu einer differenzierteren Sichtweise

Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Sachen sexuelles Verlangen wurden lange Zeit durch Stereotypen geprägt. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass diese Unterschiede weitgehend durch psychosoziale Faktoren beeinflusst werden. Das weibliche Verlangen reagiert im Durchschnitt stärker auf den Kontext, auf Emotionen und auf die Qualität der Beziehung (Basson, 2001; Baumeister, 2000). Diese Unterschiede sind jedoch nicht auf einen rein biologischen Determinismus zurückzuführen. Auch bei Männern kann das Verlangen durch psychische und beziehungsbezogene Faktoren beeinflusst werden, was dazu einlädt, die gängige Überzeugung von einem konstanten männlichen Verlangen zu hinterfragen (Carvalho & Nobre, 2011).

Wenn die Liebe das Begehren fördert

Wenn noch Liebe vorhanden ist, ist sie eine wertvolle Grundlage für die Wiederbelegung des Verlangens. Das Ziel besteht keineswegs darin, das Verlangen zu erzwingen, sondern die Bedingungen wiederherzustellen, unter denen es entstehen kann. Zeitgenössische Ansätze in der Sexualwissenschaft betonen, dass das sexuelle Verlangen wie ein Ökosystem funktioniert: Es hängt von einem Gleichgewicht zwischen fördernden und hemmenden Faktoren ab (Nagoski, 2015).

Ausgehend vom dualen Kontrollmodell von Bancroft et al. (2009) kann man versuchen, die körperlichen, psychischen und kulturellen Elemente aufzulisten, die das Verlangen aktivieren oder hemmen. Das Modell funktioniert wie eine Waage, die es auszugleichen gilt, indem die Elemente auf beiden Seiten gefördert, beseitigt oder verbessert werden.

dualen Kontrollmodell von Bancroft et al.

Ideen, um die Leidenschaft wieder zu entfachen

Unter Berücksichtigung all dieser Informationen kann man:

  • Hemmende Faktoren reduzieren (Stress, Müdigkeit, Druck, Konflikte usw.) anstatt zu versuchen, direkt Einfluss auf das Verlangen zu nehmen
  • Die emotionale Sicherheit durch eine offenere, postivere und wertschätzendere Kommunikation in der Beziehung wiederherstellen
  • Dem Anderssein wieder Raum geben (getrennte Aktivitäten, gemeinsame soziale Momente, den Anderen neu entdecken)
  • Aus den gewohnten sexuellen Mustern ausbrechen und Neues ausprobieren (das Buch von Jüne Plã, “Kommt gut. 1001 Sex-Tipps und Illustrationen für mehr Oohs und Aahs.” (2020), enthält illustrierte Ideen für zahlreiche Praktiken)
  • Beim Ausprobieren neuer sexueller Praktiken den Dialog aufrechterhalten und sowohl die Zufriedenheit als auch das Unbehagen damit ehrlich äußern
  • Die Sinnlichkeit und die Berührungen, die nicht auf sexuelle Leistung ausgerichtet sind (beispielsweise durch Sensate Focus und Slow Sex), wieder in den Vordergrund rücken, anstatt den Fokus auf die genitale Sexualität zu legen
  • Versuchen, erotische Fantasien und Vorstellungen zu entwickeln oder wiederzubeleben (bei Bedarf kann man sich dabei von Literatur, Podcasts oder erotischen Filmen inspirieren lassen)
  • Sich wieder auf das eigene Verlangen besinnen, unabhängig von dem des Partners oder der Partnerin, und sich die Masturbation erlauben
  • Am Körperbild und der Wahrnehmung der eigenen Empfindungen arbeiten, insbesondere durch Achtsamkeitsübungen
  • Die Qualität der Beziehung verbessern, anstatt sich auf die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs zu konzentrieren
  • Schwankungen im Verlangen als normal akzeptieren
  • Überraschungsmomente oder neue Initiativen in die vorherrschenden Routinen einbauen
  • Momente der Zweisamkeit schaffen (gemeinsame Erinnerungen, Pläne, Spiele, Herausforderungen …)
  • Bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch nehmen (Paar- oder Sexualtherapie)

Den Partner oder die Partnerin zu lieben, ohne ihn oder sie sexuell zu begehren, ist kein Zeichen für eine schlecht funktionierende Partnerschaft. Oft handelt es sich um Veränderungen in der Beziehung, die mit der Zeit, den Lebensumständen oder individuellen und/oder partnerschaftlichen Faktoren zusammenhängen. Das sexuelle Verlangen ist also keine feste Größe. Es entwickelt sich weiter, schwankt, verschwindet manchmal und kann auch wieder aufleben, wenn die Bedingungen wieder günstig sind. Die größte Herausforderung besteht darin, diese Situation zu verstehen, ohne sie zu dramatisieren, die Erfahrungen aller Beteiligten klar in Worte zu fassen und im eigenen Tempo und auf Wunsch aller Beteiligten darauf hinzuarbeiten, dass das gemeinsame Sexleben wieder auflebt.

Dieser Artikel wurde von Louise PAITEL verfasst, einer Psychologin und Sexualwissenschaftlerin und Forscherin an der Universität Côte d'Azur in Nizza. Sie unterstützt LOVE AND VIBES bei der Redaktion mit ihrem wissenschaftlichen und wohlwollenden Ansatz der Sexualität.

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