Die Menge des Ejakulats fasziniert, beschäftigt oder beunruhigt manch einen ... und wirft vor allem eine Frage auf: Bedeutet „viel Sperma” zwangsläufig auch „viel Lust”? Diese Annahme ist weit verbreitet, wird jedoch selten hinterfragt. Dabei kann man die eigene Sexualität viel besser genießen, wenn man versteht, woher die Lust tatsächlich kommt.
In diesem Artikel erklärt Ihnen das LOVE Team, welche Faktoren die Menge des Spermas beeinflussen und was einen Orgasmus wirklich auslöst. Spoiler: Lust lässt sich nicht in Millilitern messen.
Was sagt die Spermamenge aus?
Viele Männer fragen sich, ob es bei der Menge des Ejakulats ein Richtig oder Falsch gibt. Die Antwort ist einfach: Es gibt keinen perfekten Standardwert. Im Durchschnitt beträgt die Ejakulationsmenge etwa 2 bis 5 ml, aber diese Menge kann von Mal zu Mal variieren, ohne dass dies Anlass zur Sorge sein sollte.
Flüssigkeitszufuhr, Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs, Alter, Stresslevel, Schlaf, Ernährung ... all diese Faktoren beeinflussen das Ejakulatvolumen. Wer eine größere Menge ejakuliert, ist nicht unbedingt „fitter”, genauso wie eine geringere Menge nicht auf einen Mangel an Vitalität hindeutet.
Bedeutet eine große Spermamenge auch ein großes Lustempfinden?
Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Die Lust, die man beim Orgasmus empfindet, hängt vor allem von Muskelkontraktionen, Nervenreizen und der allmählichen Steigerung der sexuellen Erregung ab. Mit anderen Worten: Die Lust kommt vom Orgasmus selbst und hat nichts mit der Menge des ejakulierten Spermas zu tun.
Manche haben jedoch das Gefühl, dass die Lust intensiver ist, wenn sie viel ejakulieren. Dabei ist es nicht die Menge, die diese zusätzlichen Empfindungen hervorruft, sondern vielmehr die visuelle oder psychologische Wahrnehmung, die mit einer großen Menge Ejakulat verbunden ist.
Warum ejakulieren manche Männer eine größere Menge als andere?
Jeder Körper funktioniert anders. Manche Männer produzieren von Natur aus mehr Samenflüssigkeit, andere etwas weniger. Dabei handelt es sich um normale Schwankungen, vergleichbar mit Schwitzen, Speichelproduktion oder Talgabsonderung.
Auch der Lebensstil spielt eine Rolle: Flüssigkeitszufuhr, Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs, Alkohol, bestimmte Medikamente oder Phasen der körperlichen Erschöpfung oder Müdigkeit beeinflussen punktuell die ejakulierte Menge. Diese Veränderungen sind kein Grund zur Sorge und beeinträchtigen weder die Qualität des Lustempfindens noch der Orgasmen.
Wie man die Spermamenge (ein bisschen) steigern kann
Wenn jemand sein Spermavolumen leicht steigern möchte, kann mit einigen kleineren Maßnahmen experimentieren (die jedoch keine Wunder bewirken):
- Jeden Tag ausreichend Wasser trinken
- Enthaltsamkeit, um die Ejakulationen zeitlich etwas auseinanderziehen, sodass die Drüsen Zeit haben, mehr Sperma zu produzieren
- Ausreichend schlafen
- Alkohol- und Tabakkonsum reduzieren
- Eine abwechslungsreiche Ernährung, die reich an Zink und Aminosäuren ist
Bestimmte Masturbatoren können dank ihrer Textur und des umhüllenden Druckgefühls auch die Wahrnehmung der Ejakulation intensivieren, was das Lustempfinden steigert, auch wenn die Spermamenge gleich bleibt.
Wann man sich Sorgen machen sollte
In bestimmten Situationen ist ärztlicher Rat erforderlich:
- ein plötzlicher und anhaltender Rückgang des Volumens
- Schmerzen beim Samenerguss
- Blut im Sperma
- Ausbleiben des Samenergusses trotz Erregung
Diese Fälle sind selten, müssen jedoch untersucht werden, um eine Infektion oder Entzündung auszuschließen.
Die Menge der Ejakulation ist weder ein Indikator für die Leistungsfähigkeit noch ein Maß für die empfundene Lust. Was wirklich zählt, sind die tatsächlichen Empfindungen, die Steigerung der sexuellen Erregung, die Kontraktionen des Orgasmus und die Vertrautheit mit dem Partner oder der Partnerin.
Es ist besser, auf den eigenen Körper zu hören und den Moment zu genießen, als sich auf eine Zahl zu konzentrieren, die letztendlich für die männliche Lust nur von geringer Bedeutung ist.