Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Sie fragen sich, warum dieser Tag für uns so wichtig ist? Weil er an eine oft vergessene Realität erinnert: HIV existiert nach wie vor, aber unser Wissen darüber war noch nie so groß und unsere Maßnahmen zur Prävention und Behandlungsmethoden waren noch nie so wirksam wie heute. Es ist ein Tag, an dem es darum geht aufzuklären, Vorurteile abzubauen, für Tests zu werben und daran zu erinnern, dass Solidarität mit Betroffenen nach wie vor wichtig ist.
Warum dieser Tag heute noch gebraucht wird
Der 1988 ins Leben gerufene Welt-Aids-Tag soll die Öffentlichkeit sensibilisieren, Betroffene unterstützen und daran erinnern, dass HIV weiterhin Millionen von Menschen weltweit betrifft.
Auch wenn es heute dank moderner Therapien möglich ist, lange mit HIV zu leben, gibt es weiterhin Neuinfektionen, und Stigmatisierung ist nach wie vor Realität. Dieser Tag dient daher als Ankerpunkt, um Information, Prävention und kollektives Engagement zu stärken.
Wie HIV übertragen wird
Für die Übertragung von HIV spielen drei Faktoren eine Rolle: das Umfeld, eine kontaminierte Körperflüssigkeit und eine offene Wunde oder Schleimhäute. Entgegen der landläufigen Meinung wird HIV nicht durch Speichel, Schweiß, Tränen, Umarmungen,
Küsse
oder die gemeinsame Nutzung von Alltagsgegenständen übertragen.
Die klassischen Übertragungswege sind:
- Ungeschützter Sex mit einer Person, die mit HIV lebt und eine nachweisbare Viruslast hat
- die gemeinsame Nutzung von Injektionsmaterial
- von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft, der Geburt oder dem Stillen (das Risiko ist jedoch bei einer Behandlung nahezu null)
Indem wir diese Fakten in Erinnerung rufen, möchten wir nicht nur aufklären, sondern auch dazu beitragen, Ängste, Schamgefühle und Vorurteile zu verringern.
Prävention: Welche Möglichkeiten gibt es
Die Prävention von HIV hat sich enorm weiterentwickelt. Es gibt mehrere wirksame Mittel, sodass jede und jeder eins finden kann, das zu ihm oder ihr passt.
- Kondome (intern und extern) : für einen nach wie vor zuverlässigen und leicht zugänglichen Schutz
- Regelmäßige Tests: um den eigenen HIV-Status zu kennen und seine Partner*innen zu schützen
- PrEP (Präexpositionsprophylaxe): eine sehr wirksame vorbeugende Behandlung für exponierte Personen
- TasP (nicht nachweisbar = nicht übertragbar): Eine HIV-positive Person, die sich in einer wirksamen Behandlung befindet und eine nicht nachweisbare Viruslast hat, überträgt HIV nicht.
- Selbsttests: praktisch für schnelle Tests zu Hause
Die Prävention von HIV ist vielfältig und das ist auch gut so. Denn je mehr Optionen es gibt, desto besser kann sie an individuelle Bedürfnisse angepasst werden.
Welche Rolle Tests spielen
Sich testen zu lassen, ist nach wie vor die wichtigste Präventionsmaßnahme. HIV kann jahrelang unbemerkt bleiben. Das Fehlen von Symptomen bedeutet nicht, dass keine Infektion vorliegt.
Die Untersuchung ist schnell, oft kostenlos und an vielen Orten, zum Teil auch anonym, möglich: zum Beispiel in Aidshilfen, Checkpoints, Gesundheitsämtern oder Arztpraxen.
Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht einen schnellen Zugang zu Behandlungen, hilft, gesund zu bleiben und eine Übertragung zu vermeiden.
Wie man HIV behandeln und damit leben kann
Heute ermöglichen antiretrovirale Therapien Betroffenen ein langes, stabiles und erfülltes Leben. Bei täglicher Einnahme halten sie die Viruslast auf einem nicht nachweisbaren Niveau, was die Gesundheit schützt und eine Übertragung verhindert.
Menschen mit HIV können Beziehungen eingehen, eine Familie gründen, Sport treiben, reisen ... Die eigentliche Herausforderung ist nicht mehr medizinischer, sondern sozialer Natur: Es gilt, Diskriminierungen zu bekämpfen und diejenigen zu unterstützen, die mit dem Virus leben.
Am Welt-Aids-Tag aktiv teilnehmen
Jede und jeder kann einen Beitrag leisten.
Wer die rote Schleife trägt, zuverlässige Informationen weitergibt, Menschen in seinem Umfeld zu Tests ermutigt, engagierte Vereine unterstützt oder an Präventionskampagnen teilnimmt, zeigt Solidarität. Sodass der Kampf weitergehen kann.