Vaginoplastik: ein Eingriff, um sich im eigenen Körper wohler zu fühlen?

Vaginoplastik: ein Eingriff, um sich im eigenen Körper wohler zu fühlen?

Sich im eigenen Körper wohlzufühlen ist für viele Bereiche des Lebens wichtig. Darunter sind auch einige, über die seltener gesprochen wird. Das weibliche Wohlbefinden zum Beispiel ist meist besser, je größer das Selbstvertrauen und der Komfort und je besser das eigene Körperbild und das Verhältnis zur eigenen Sexualität. Das beinhaltet auch das Wohlbefinden im Vaginalbereich, was ein sehr persönliches Thema ist, das aber dennoch offen und ohne Tabus angesprochen werden sollte.

Über Vaginoplastik wird oft mit Scham gesprochen, manchmal sogar mit einem gewissen Unbehagen. Das liegt daran, dass der Eingriff mit vielen Vorurteilen behaftet ist, obwohl ihm ein ganz persönliches Anliegen zugrunde liegt, nämlich das Wohlbefinden im Intimbereich zu verbessern und sich mehr im Einklang mit dem eigenen Körper zu fühlen.

Was ist Vaginoplastik?

Ohne zu sehr ins technische Detail gehen zu wollen, versteht man unter Vaginoplastik einen Eingriff, der in Betracht gezogen werden kann, wenn eine Frau Beschwerden, ein Unbehagen oder einen Verlust der Spannkraft im Vaginalbereich verspürt. Ein anderer Begriff dafür ist auch Vaginastraffung.

So formuliert mag das sehr medizinisch klingen, doch dahinter stecken in Wirklichkeit ganz konkrete Gründe. Es geht nicht unbedingt darum, den eigenen Körper zu verändern, sondern darum, ein besseres Körpergefühl oder ein entspannteres Verhältnis zur eigenen Intimität wiederzufinden.

Warum Frauen eine Vaginastraffung in Betracht ziehen

Die Gründe für eine Vaginastraffung sind von Frau zu Frau unterschiedlich. Nach einer Geburt, mit zunehmendem Alter oder einfach aufgrund ganz persönlicher Erfahrungen haben manche Frauen das Gefühl, dass sich bei ihnen etwas verändert hat. Sie fühlen sich nicht mehr so wohl in ihrem Körper, haben das Gefühl, beim Geschlechtsverkehr weniger intensiv zu empfinden oder verspüren einfach ein manchmal schwer zu beschreibendes, aber durchaus vorhandenes Unbehagen.

Und genau hier wird das Thema interessant: Denn es geht nicht immer um Ästhetik, ganz im Gegenteil. Es kann auch darum gehen, den eigenen Körper im Alltag wieder besser wahrzunehmen, wieder zu mehr Leichtigkeit zurückzufinden oder sich mit dem eigenen Intimbereich zu versöhnen - eine Angelegenheit, die man manchmal gerne beiseite schiebt.

Ein intimes, aber überhaupt nicht oberflächliches Thema

Sobald es um medizinische Eingriffe am weiblichen Körper geht, gibt es oft diesen etwas voreiligen Reflex zu denken, dass der Eingriff oberflächlich, übertrieben oder „nicht wirklich notwendig“ sei. Dabei spielen in Sachen Intimität der eigene Komfort und das eigene Empfinden eine enorme Rolle.

Sich zu schämen oder sich nicht so wohl und weniger frei in der Beziehung zum eigenen Körper zu fühlen, ist keine Nebensächlichkeit. Und den Wunsch zu haben, dies zu verbessern, ist keineswegs lächerlich. Im Gegenteil: Er kann ein wichtiger Bestandteil der Suche nach mehr Wohlbefinden sein – vorausgesetzt natürlich, dass dieser Wunsch von einem selbst kommt.

Alternativen zum chirurgischen Eingriff

Bevor man einen chirurgischen Eingriff in Betracht zieht, können möglicherweise bestimmte einfache Maßnahmen helfen, die Spannkraft des Beckenbodens zu stärken und das Wohlbefinden im Intimbereich ohne OP zu verbessern:

  • Kegel-Übungen: Dabei wird die Beckenbodenmuskulatur angespannt und wieder entspannt, um sie schrittweise zu stärken. Die Übungen werden insbesondere nach einer Entbindung oder bei leichter Muskelerschlaffung empfohlen.
  • Beckenboden-Therapie: Diese wird unter Anleitung im Rahmen einer Reha-Maßnahme durchgeführt und ermöglicht es, eine bessere Kontrolle und Spannkraft der Beckenbodenmuskulatur wiederzuerlangen.
  • Liebeskugeln: Diese auch Beckenbodentrainer genannten Hilfsmittel festigen allein durch das Tragen auf natürliche Weise die Beckenbodenmuskulatur und können bei regelmäßiger Anwendung zur Stärkung des Beckenbodens beitragen.
  • Bestimmte sanfte Sportarten: Yoga, Pilates oder andere Übungen, die auf die Tiefenmuskulatur abzielen, können zur Erhaltung eines straffen Beckenbodens beitragen.
Alternativen zum chirurgischen

Obwohl diese Ansätze eine Vaginoplastik nicht ersetzen können, wenn diese einem wichtigen anatomischen Bedarf entspricht, stellen sie interessante Alternativen für Frauen dar, die ihre Muskulatur im Intimbereich verbessern möchten, ohne auf einen chirurgischen Eingriff zurückzugreifen.

Das Wichtigste: Machen Sie es nur für sich selbst

Dieser Punkt ist wahrscheinlich der wichtigste von allen. Ein so intimer Schritt wie eine Vaginastraffung sollte niemals von einer außenstehenden Person oder einem absurden Ideal bestimmt werden. Der weibliche Körper muss keinem einheitlichen Ideal entsprechen, schon gar nicht in seinen intimsten Bereichen.

Wenn eine Frau jedoch das Bedürfnis verspürt, etwas zu verändern, um sich besser, wohler und gelassener zu fühlen, dann verdient dieses Gefühl gehört zu werden. Ohne Scham. Und ohne Wertung.

Die Vaginoplastik ist ein Thema ohne Glamour-Faktor, aber auch keines, das um jeden Preis tabuisiert werden sollte. Es handelt sich dabei vor allem um eine intime, persönliche Angelegenheit, die manchmal mit dem Wunsch nach mehr Komfort und Wohlbefinden verbunden ist.

Das Wichtigste ist, nicht zu viel Aufhebens um das Thema zu machen. Es geht darum, ganz normal und behutsam darüber zu sprechen und daran zu erinnern, dass zum weiblichen Wohlbefinden auch das Recht gehört, sich im intimsten Bereich wohlzufühlen.