LGBTQIA+ - Kleiner Leitfaden und Definitionen

Veröffentlicht am 6. Juni 2021 und aktualisiert am 12. Juni 2025 von Eric
LGBTQIA+ - Kleiner Leitfaden und Definitionen

Im Juni feiern wir den Pride Month! Der komplette Monat steht im bunten Zeichen des Anliegens der LGBT-Community, mehr Sichtbarkeit zu schaffen und für Diskriminierung und Gewalt zu sensibilisieren, der Menschen dieser Community ausgesetzt sind. Ziel ist, Homophobie, Biphobie und Transphobie zu bekämpfen, die Gleichheit aller zu fördern und die bunte Vielfalt in unserer Gesellschaft aufzuzeigen. Um den Pride-Monat Juni gebührend zu feiern, haben wir für euch einen kleinen Leitfaden mit den wichtigsten Definitionen der LGBT-Begriffe zusammengestellt.

Die Geschichte des Pride Month

Bevor wir in die Begriffsdefinitionen einsteigen, werfen wir gemeinsam einen kurzen Blick in die Vergangenheit. Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass wir heute einen Pride-Monat feiern?
Die Geschichte des Pride Month beginnt im Juni 1969 in einer Bar, dem Stonewall Inn, im Stadtteil Greenwich Village in New York City. Trotz der Tatsache, dass die Bar einem Mitglied der New Yorker Mafia gehörte, war sie zu einem Treffpunkt der LGBT-Szene in New York geworden. Razzien in der Bar waren keine Seltenheit, da Homosexualität damals noch ein Straftatbestand war. Die Verärgerung über die zahlreichen Razzien durch die Polizei wuchs immer weiter an, sodass es zu einer Revolte kam. Marsha P. Johnson, eine schwarze Transgender-Frau und Sexarbeiterin, und die Transgender-Latina Sylvia Rivera sollen hinter den ersten Aufständen gestanden haben. Die gewalttätigen Ausschreitungen zwischen der Polizei und der New Yorker LGBT-Szene, die der jahrelangen Unterdrückung überdrüssig war, dauerten sechs Tage an. Damit hatte die Bewegung für die sexuelle Gleichberechtigung an Fahrt aufgenommen. 
Ein Jahr später, im Juni 1970, fand ebenfalls in New York die erste Gay Pride statt. Mit der Parade der Schwulen- und Lesbenbewegung sollte an die Aufstände vom Vorjahr erinnert werden. Heute gibt es den Pride-Monat mit Paraden und anderen Veranstaltungen in zahlreichen Ländern weltweit. Heute ist es immer noch so, dass schwule, lesbische, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie queere Personen Diskriminierung, Hass und Gewalt ausgesetzt sind. Mit dem Pride-Monat, Paraden und Veranstaltungen soll die Situation aufgezeigt werden und ein Zeichen gesetzt werden, damit die die LGBT-Community die gleichen Rechte erhält wie heterosexuelle Cis-Personen.

Ein besseres Verständnis der Begriffe im Zusammenhang mit Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen hilft, Ungeschicklichkeiten, Stereotypen und unbeabsichtigte Diskriminierungen zu vermeiden.

Das LGBTQIA+-Vokabular entwickelt sich natürlich immer weiter. Die richtigen Begriffe zu verwenden bedeutet, die Existenz und Legitimität der betroffenen Personen anzuerkennen, auch wenn man selbst nicht Teil der Community ist.

LGBT - Definitionen

Es gibt zahlreiche Abkürzungen und Begriffe, die aus der englischen Sprache stammen, und deren Definition nicht immer für alle klar ist. Daher haben wir hier für euch die wichtigsten Begriffe zusammengestellt und erklärt. Diese Begriffe spiegeln die bunte Vielfalt in unserer Gesellschaft wieder. Natürlich erheben wir für diese Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

LGBTQIA+

LGBTQIA+

Die Abkürzung LGBTQIA+ steht für die englischen Begriffe Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Queer, Intersex und Asexual. Das Pluszeichen umfasst alle nicht genannten Kategorien und steht für die Erweiterbarkeit des Begriffs.

Das Pluszeichen am Ende von LGBTQIA+ ist sehr wichtig. Es steht dafür, dass alle Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen einbezogen werden, die nicht ausdrücklich durch die Buchstaben des Akronyms repräsentiert werden.

Es erinnert außerdem daran, dass die menschliche Vielfalt nicht in einer festen Liste zusammengefasst werden kann und dass Menschen unterschiedliche Begriffe verwenden, um sich selbst zu definieren, oder jegliche Etikettierung ablehnen.

Queer

Die Abkürzung LGBTQIA+ steht für die englischen Begriffe Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Queer, Intersex und Asexual. Das Pluszeichen umfasst alle nicht genannten Kategorien und steht für die Erweiterbarkeit des Begriffs.


Queer

Gender vs. Geschlecht

Bei dieser Gegenüberstellung wird zwischen dem sozialen Geschlecht (Gender) und dem biologischen Geschlecht unterschieden.

Der Begriff Gender bezieht sich auf das soziale Geschlecht, also die Zugehörigkeit einer Person zur weiblichen, männlichen oder zu einer anderen Identität, und zwar unabhängig von den biologischen Merkmalen, die der Person bei der Geburt zugewiesen wurden.

Das biologische Geschlecht bezieht sich hingegen auf die biologischen und physiologischen Merkmale (Fortpflanzungsorgane, Chromosomen, Hormone), die in der Regel bei der Geburt zugewiesen werden.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, folgende Begriffe voneinander abzugrenzen:

  • Geschlechtsidentität: Die Geschlechtsidentität beschreibt das subjektive Empfinden der Zugehörigkeit zu einem Geschlecht, also wie eine Person das eigene Geschlecht erlebt: als Frau, Mann, weder noch, beides oder anders.
  • Geschlechtsausdruck: Der Geschlechtsausdruck bezeichnet die Art und Weise, wie diese Identität nach außen hin zum Ausdruck gebracht wird, beispielsweise durch Kleidung, Verhalten, Frisur oder die Art und Weise, wie man sich anderen gegenüber gibt.
  • Sexuelle Orientierung: Bei der sexuellen Orientierung geht es um die romantische, emotionale oder sexuelle Anziehung zu anderen Menschen.

Diese drei Dimensionen müssen unabhängig voneinander betrachtet werden. Beispielsweise kann eine transgender Person heterosexuell, homosexuell, bisexuell, pansexuell oder asexuell sein.

Auch wenn in unserer Gesellschaft nach wie vor die binäre Sichtweise (Mann und Frau) vorherrscht, ist die Realität viel vielfältiger. So kann sich eine Person mit mehreren Geschlechtern oder mit keinem Geschlecht identifizieren. Außerdem kann sich die Geschlechtsidentität im Laufe des Lebens auch verändern.

Transgender

trans

Die Fahne der transgender Community
Als Transgender wird bezeichnet, wer sich nicht dem Geschlecht zugehörig fühlt, das bei der Geburt festgestellt wird. So gibt es zum Beispiel Transgender, die sagen, dass sie spüren, nicht im richtigen Körper geboren worden zu sein.

  • F2M: (Female to Male) Die Abkürzung steht für eine Transgender-Person, die eine Geschlechtsumwandlung von Frau zu Mann durchgemacht hat.
  • M2F: (Male to Female) Umgekehrt steht diese Abkürzung für eine Transgender-Person, die eine Geschlechtsumwandung von Mann zu Frau hinter sich hat. 

Intergeschlechtlichkeit

Intersexuelle oder zwischengeschlechtliche Personen werden mit biologischen und physiologischen Merkmalen geboren, die nicht eindeutig den weiblichen oder männlichen Merkmalen aus dem binären Geschlechtssystem zugeordnet werden können. Medizinische Behandlungen oder Operationen von intersexuellen Menschen sind heute sehr umstritten.

Intersex

Nichtbinär

Die nichtbinäre Geschlechtsidentität steht für alle Geschlechtsidentitäten, die sich außerhalb des binären Spektrums befinden, also für alle, die sich weder strikt als Mann noch strikt als Frau, sondern als eine Mischung aus beiden oder weder noch fühlen.

Mit verschiedenen Pronomen, also “er”, “sie” und geschlechtsneutralen Pronomen wie “en”, kann eine Person unter Berücksichtigung ihrer Geschlechtsidentität bezeichnet werden.

Die Verwendung der richtigen Pronomen ist eine einfache, aber wichtige Möglichkeit, Respekt gegenüber anderen Menschen zu zeigen. Im Zweifelsfall bietet es sich an, nachzufragen, welches Pronomen oder ob eine geschlechtsneutrale Sprache verwendet werden soll.

Agender

Agender-Personen fühlen sich keiner Geschlechtsidentität zugehörig und definieren sich selbst als geschlechtsneutral oder ungeschlechtlich. Es ist möglich, dass sich eine Agender-Person als nichtbinär oder transgender bezeichnet.

Agenre

Cisgender

Eine Cisgender-Person fühlt sich mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht wohl und lebt diese Geschlechteridentität aus.

Genderfluid

Gender-Fluid

Bei Genderfluid-Personen verschwimmen die Grenzen fließend. Die Ausprägung bewegt sich zwischen männlich, weiblich oder anderen hin und her. Der Oberbegriff hierfür ist nichtbinär.


Die sexuelle Orientierung

Bei der sexuellen Orientierung geht es um die körperliche, sexuelle, affektive oder romantische Anziehung zu einer Person oder mehreren Personen. Diese Personen können natürlich unterschiedlichen Geschlechts sein.

Weibliche Homosexualität - Lesbisch

Lesbische Personen identifizieren sich selbst als Frau und fühlen sich romantisch und sexuell von anderen Personen angezogen, die sich auch selbst als Frau identifizieren.

Männliche Homosexualität - Schwul

Gay

Schwul ist eine Person, die sich selbst als Mann sieht und sich sexuell und romantisch von anderen Personen angezogen fühlt, die sich auch selbst als Mann sehen.

Bisexuell

Bisexuelle Personen fühlen sich von Männern oder Frauen romantisch und sexuell angezogen.

Bisexuel

Asexuell

Asexuell

Eine asexuelle Person verspürt nicht das Bedürfnis nach einer sexuellen Beziehung und/oder verspürt kein sexuelles Verlangen für andere.

Aromantisch

Eine aromantische Person hegt keine romantischen oder verliebten Gefühle gegenüber einer anderen Person.

Aromantique

Pansexuell

Pansexuell

Als pansexuell wird bezeichnet, wer sich romantisch oder sexuell von einer Person angezogen fühlt, ohne dass dabei das Geschlecht dieser Person eine Rolle spielt.

Die sexuelle Orientierung hat viele Gesichter und ist mehr als nur ein Etikett für lesbisch, schwul, bi, trans, queer oder asexuell.

Manche Menschen haben das Bedürfnis, sich öffentlich zu outen, andere leben sich eher im Privaten aus. Das ist natürlich alles legitim und eine persönliche Angelegenheit.

Das LGBTQIA+-Vokabular entwickelt sich ständig weiter, wie sich auch unsere Gesellschaften, Forschungen und persönlichen Erfahrungen weiterentwickeln.

Das LGBTQIA+-Vokabular entwickelt sich ständig weiter, wie sich auch unsere Gesellschaften, Forschungen und persönlichen Erfahrungen weiterentwickeln.

Das LGBTQIA+-Vokabular entwickelt sich ständig weiter, wie sich auch unsere Gesellschaften, Forschungen und persönlichen Erfahrungen weiterentwickeln.