Orgasm Gap: So schließen Sie die Orgasmus-Lücke

Veröffentlicht am 22. Dezember 2023 von Natalia
Orgasm Gap: So schließen Sie die Orgasmus-Lücke
Beim Streben nach sexueller Erfüllung sind alle Menschen gleich … oder nicht? Der Begriff Orgasm Gap beschreibt insbesondere bei heterosexuellen Beziehungen die signifikante Kluft zwischen den Geschlechtern in Bezug auf die Häufigkeit und Leichtigkeit, zum Orgasmus zu kommen. Dieses Thema ist auch Gegenstand von Forschung und Debatten im Bereich Sexualität. Dabei wird deutlich, dass der Orgasm Gap kein harmloser Modebegriff ist, sondern die Ungerechtigkeiten widerspiegelt, die im Zusammenhang mit Wissen und Kommunikation über Sex bestehen.

Mit diesem Artikel möchten wir der Orgasmus-Lücke auf den Grund gehen und uns mit den Ursachen und Auswirkungen beschäftigen. Außerdem möchten wir Wege aufzeigen, wie die Lücke geschlossen werden kann. In diesem Zusammenhang soll es auch um die sexuelle Aufklärung und Sexualbildung, die Rolle von Sexspielzeug und die Bedeutung einer offenen und ehrlichen Kommunikation gehen. Unser Ziel: Gleichberechtigung im Bett!

Orgasm Gap: die Ursachen

Biologische und anatomische Faktoren

Der weibliche Orgasmus ist das wunderbare Ergebnis einer komplexen Stimulation der weiblichen erogenen Zonen. Dafür müssen bestimmte körperliche und psychische Bedingungen gegeben sein. Beim Mann hingegen ist der Orgasmus eine lineare sexuelle Reaktion.

Komplexe biologische Zusammenhänge gepaart mit einem geringeren allgemeinen Kenntnisstand im Bereich der weiblichen Anatomie und der spezifischen Bedürfnisse von Frauen führen dazu, dass es Frauen häufig schwerer fällt, zum Orgasmus zu kommen.

Psychische und emotionale Einflüsse

Stress, Leistungsangst und erste negative sexuelle Erfahrungen können die Orgasmusreaktion tiefgreifend beeinflussen. Darüber hinaus können gesellschaftliche Normen und Stereotypen unbewusst die Art und Weise beeinflussen, wie Menschen über Sex denken.

Ein Beispiel ist die Tendenz, in heterosexuellen Beziehungen der männlichen Lust einen höheren Stellenwert zuzuschreiben. Die weiblichen Bedürfnisse und Wünsche werden dadurch in den Hintergrund gedrängt, sodass der weibliche Orgasmus als weniger wichtig empfunden wird.

Die Rolle der Kommunikation

Eine offene und ehrliche Kommunikation über die eigenen Wünsche und erotischen Vorlieben ist für ein erfülltes Sexleben in einer Beziehung unerlässlich.


Viele Paare sprechen nicht offen über ihre sexuellen Vorlieben, sodass die eine Person nicht weiß, was der anderen Person gefällt und welche Form der sexuellen Stimulation sicher zum Orgasmus führt. Diese Kommunikationsbarriere verstärkt die Orgasmus-Lücke, denn ohne das Wissen um die Bedürfnisse und Wünsche von Partnerin oder Partner wird ein gemeinsamer Höhepunkt zu einer echten Herausforderung.

Orgasm Gap: So schließen Sie die Orgasmus-Lücke

Der erste Schritt, um Ungerechtigkeiten im Bett abzubauen, ist die Verbesserung der Kommunikation in der Partnerschaft. Um dies zu erreichen, ist es entscheidend, eine vertrauensvolle Umgebung zu schaffen, in der beide sich wohl und sicher fühlen. Nur in einem geeigneten Umfeld ist man bereit, über die eigenen Vorlieben, Grenzen und Fantasien zu sprechen. Ein Gespräch darüber kann mit Themen außerhalb des sexuellen Kontexts eingeleitet werden. Das verringert den Druck und fördert die Offenheit. Indem Sie Partner oder Partnerin sagen, was Sie selber gerne einmal im Bett ausprobieren würden, schaffen Sie einen konstruktiven Einstieg ins Gespräch.

Auch Sexspielzeug kann bei der sexuellen Selbstfindung eine entscheidende Rolle spielen. Sexspielzeug ermöglicht Ihnen, völlig ohne Druck von außen herauszufinden, was Ihnen Lust bereitet. Insbesondere für Frauen können Sextoys ein wirksames Mittel sein, um neue Formen der sexuellen Stimulation zu entdecken.

Für Einsteiger empfehlen wir einfache Sextoys, zum Beispiel einen kleinen Vibrator oder einen Auflegevibrator. Achten Sie bei der Auswahl Ihres ersten Sexspielzeugs vor allem darauf, dass Materialien verarbeitet wurden, die sicher und leicht zu reinigen sind.

Für fortgeschrittene Sextoy-Nutzerinnen und -Nutzer kann das Spiel mit unterschiedlichen Funktionen, Modi und Intensitäten die Erfahrung bereichern. Ein prickelndes Wechselspiel mit Partnerin bzw. Partner ist zum Beispiel auch mit einem Sexspielzeug mit App möglich.

Darüber hinaus gibt es für Paare natürlich auch noch andere Möglichkeiten, wie die gegenseitige Masturbation, um herauszufinden, was Spaß macht. Auf diese Weise zeigen Sie Partnerin bzw. Partner, welche Masturbationstechniken Sie mögen. Gleichzeitig stärkt der intime Moment die Bindung in der Partnerschaft.

Fokus auf die Selbstliebe

Finden Sie heraus, was Ihnen gefällt: Sich selbst, den eigenen Körper und die eigenen Bedürfnisse zu kennen ist der erste Schritt zu einem erfüllten Sexleben. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Körper zu erkunden und herauszufinden, wie Sie auf bestimmte Stimulationen reagieren. Das kann zum Beispiel durch Selbstbefriedigung geschehen. Finden Sie heraus, was sich für Sie gut anfühlt und teilen Sie Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin mit, was Sie herausgefunden haben.

Geben Sie Tabus keine Chance: Machen Sie sich davon frei, gesellschaftlichen Anforderungen entsprechen zu wollen. Im Bereich von Lust und Liebe gibt es kein “Normal” oder “Unnormal”. Jeder Mensch ist einzigartig. Das gilt auch für die Vorlieben und Bedürfnisse im Sexleben. Nehmen Sie sich einfach selbst so an, wie Sie sind, ohne sich dafür schämen zu müssen.
Machen Sie sich selbst keinen Druck: Wenn Sie nicht jedes Mal einen Orgasmus erreichen, bedeutet das nicht, dass bei Ihnen etwas nicht in Ordnung ist. Die Lust unterliegt gewissen Schwankungen und ist außerdem tagesformabhängig. Nehmen Sie das so an, ohne sich selbst unter Druck zu setzen, und konzentrieren Sie sich jeweils auf den Moment.
Testen Sie Neues aus: Mit neuen Sexpraktiken, Stellungen oder Fantasien können Sie Ihr Sexleben um neue Facetten bereichern. Nutzen Sie die Gelegenheit auch, um herauszufinden, was Ihnen Freude bereitet. 
Denken Sie auch an Ihr eigenes Vergnügen: Wenn Sie beim Sex eingefahrene Routinen haben, ändern Sie diese. Bitten Sie Partnerin oder Partner, Ihr eigenes Vergnügen zuerst zu bedienen. Dadurch wird nicht nur Ihre Lust gestillt, sondern es stärkt auch die Bindung in Ihrer Partnerschaft.
Nicht denken, einfach machen: Durch übermäßiges Nachdenken wird das sexuelle Erlebnis auf mechanische Abläufe und Stress reduziert. Versuchen Sie, sich zu entspannen und den Moment zu genießen. Konzentrieren Sie sich auf Ihr Empfinden und lassen Sie das Ziel, unbedingt einen Orgasmus erreichen zu wollen, außer acht.