Wenn Sexpraktiken in aller Munde sind, dann meistens, weil sie provozieren oder grenzwertig sind … oder weil sie zum Lachen bringen. Die Cockschelle gehört eindeutig zu diesen Sexpraktiken, die faszinieren, polarisieren und oft eine Mischung aus Verlegenheit und Neugierde auslösen.
Aber worum handelt es sich bei einer Cockschelle eigentlich? Ist es ein erniedrigendes Spiel? Ein verrückter Porno-Trend? Eine Spielart, für die es eine von großer Nähe geprägte Paarbeziehung braucht? Spoiler: Kommt drauf an - auf den Kontext, die Beziehung … und die Absprachen, die für ein einvernehmliches Vorgehen unabdingbar sind.
In diesem Artikel erklären wir, was eine Cockschelle ist, was den Reiz dieser Spielart ausmacht, wie man sie ohne Scham und Tabu selber ausprobieren kann und welche Alternativen ein ähnliches Gefühl bieten können.
Was ist eine Cockschelle?
Die Cockschelle bezeichnet eine sexuelle Handlung, bei der man Partnerin oder Partner mit dem Penis (in der Regel im erigierten Zustand) ins Gesicht (oder manchmal auch auf einen anderen Körperteil) schlägt. Das kann je nach Vorlieben eher sanft und spielerisch ablaufen oder auch ein fester Schlag werden. Das erklärt, warum diese Spielart sowohl witzig als auch unangenehm sein kann.
Zuerst wurde die Cockschelle vor allem durch bestimmte pornografische Inhalte und durch das Internet bekannt, was ihr heute ein eher provokantes, ja sogar erniedrigendes Image verleiht. In Wirklichkeit hängt die Art und Weise, wie diese sexuelle Handlung erlebt wird, jedoch ganz vom Kontext ab: Für manche Paare ist es ein einvernehmlich akzeptiertes Spiel, für andere ein absolutes No-Go.
Sicher ist, dass es sich bei der Cockschelle nicht um irgendeine Spielart handelt: Es geht dabei auch um eine bestimmte Dynamik und einen Kontext aus Provokation,
Dominanz
, einvernehmlicher Demütigung oder einfach nur Ironie. Und genau dieser Punkt ist entscheidend.
Was an der Cockschelle so faszinierend ist
Auch wenn eine Cockschelle überraschen oder Unbehagen hervorrufen kann, wird sie von manchen Paaren als aufregendes erotisches Spiel empfunden. Tatsächlich gibt es keinen objektiven Grund, der den Reiz dieser Spielart erklären könnte. Alles hängt von der Persönlichkeit der Beteiligten, der Dynamik in der Paarbeziehung und dem Hang zur Provokation ab, den das Paar haben kann.
Für manche Menschen hat die Cockschelle zunächst einmal eine witzige Seite. Sie kann eine etwas zu ernste Stimmung durchbrechen, spielt mit Ironie und kann einen Moment schaffen, in dem der Sex leichter, spontaner und weniger leistungsorientiert wird. In diesen Fällen kann sie eine Art Auslöser sein: Man wagt etwas, überrascht sich selbst, lacht ... und manchmal erregt das noch mehr.
Für andere liegt der Reiz eher auf der mentalen Ebene. Die Cockschelle kann in diesem Fall einem Dominanzspiel ähneln, manchmal nur leicht, manchmal sehr bewusst. Sie kann eine Form von Macht, eine Provokation, eine Grenzüberschreitung darstellen. Und wenn man sich als Paar in einem Kontext der totalen Vertrautheit befindet, kann dies eine Möglichkeit sein, aus den üblichen Codes auszubrechen und eine neue erotische Dynamik zu schaffen.
Natürlich muss auch ganz klar gesagt werden: Die Cockschelle kann auch eine Form der Demütigung sein. Aber Demütigung in der Sexualität hat verschiedene Facetten. Was für eine Person demütigend und unangenehm ist, kann für eine andere Person sehr erregend sein ... solange sämtliche Handlungen einvernehmlich, innerhalb des abgesprochenen Rahmens und ganz bewusst gewählt sind.
Absprachen zu einvernehmlichen Handlungen und persönlichen Grenzen
Wenn es eine Sache gibt, die man sich merken sollte, dann diese: Eine Cockschelle sollte niemals ohne nachzudenken und sich abzusprechen ausgeteilt werden. Ihre provokante Wirkung kann nämlich auch negativ aufgenommen werden. Selbst in einer stabilen Beziehung kann sie als Respektlosigkeit oder Demütigung wahrgenommen werden.
Deshalb ist Kommunikation unerlässlich. Natürlich müssen Sie keine endlose Debatte darüber führen, aber allein das Ansprechen des Themas kann verhindern, dass Unbehagen entsteht. Am besten bringen Sie das Thema in einem lockeren Ton zur Sprache, als wären Sie neugierig und beobachten Sie, wie Ihr Gegenüber reagiert.
Wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin sich mit der Vorstellung nicht wohlfühlt, sollten Sie nicht darauf bestehen. Es handelt sich weder um eine Spielart, die man unbedingt ausprobieren muss, noch um ein absolutes Muss für ein erfülltes Sexleben. Es kann nur funktionieren, wenn sich beide vollkommen vertrauen und beide Lust darauf haben, es auszuprobieren.
Wie man die Cockschelle ohne Scham (und Schmerzen) selber ausprobieren kann
Wenn Sie Lust haben, selbst eine Cockschelle auszuprobieren, ist es entscheidend, wie Sie es angehen. Schließlich ist es keine sexuelle Handlung, die einfach so ausgeübt wird. Am besten funktioniert es, wenn bereits eine vertraute Atmosphäre herrscht und die andere Person offensichtlich ebenso in Stimmung ist.
Am besten lassen Sie es langsam angehen, um zu sehen, ob das Spiel wirklich gefällt. Denn letztendlich ist nicht die Handlung selbst das Wichtigste, sondern das, was sie auslöst: Findet der andere es aufregend, lustig oder führt es zu einer sofortigen Blockade?
Und auch wenn es offensichtlich erscheinen mag: Hygiene und Komfort spielen eine große Rolle. Je intimer eine Spielart ist, desto wichtiger ist, dass sich alle Beteiligten wohlfühlen. Das Ziel ist es nicht, den anderen in Verlegenheit zu bringen, sondern Sexpraktiken auszuführen, die beide erregen.
Alternativen mit ähnlicher Wirkung
Wenn Sie Lust bekommen haben, die Cockschelle selbst auszuprobieren, Ihnen aber ihr erniedrigender Charakter nicht gefällt, können Sie es mit einer Alternative versuchen, die ebenso provozierend ist, aber gleichzeitig spielerisch und witzig bleibt.
Teasing und softe Dominanzspiele
Manche Paare mögen zum Beispiel:
- erotische Spielarten, in denen einer von beiden klare Ansagen macht
- kleine erotische Herausforderungen
- provokante Spielchen
Oft sind es die kleinen Dinge, die den Einstieg in neue Sexpraktiken ermöglichen.
Einvernehmliche softe Demütigungen
Wenn Sie sich vor allem von der erotischen Wirkung auf psychischer Ebene angesprochen fühlen, können Sie ähnliche Empfindungen auf eine softere Art und Weise erreichen, zum Beispiel:
- mit Worten und Sätzen
- einem Rollenspiel
- einem soften Szenario rund um Dominanz und Unterwerfung
ohne dabei unbedingt Handlungen auszuführen, die Unbehagen hervorrufen könnten.
Die Cockschelle gehört zu den Sexpraktiken, die einen eher „trashigen“ Ruf haben, obwohl es in der Ausführung ganz auf das Paar und den Kontext ankommt. Für manche kommt es auf keinen Fall in Frage und das ist völlig in Ordnung. Für andere ist es ein provokantes, aufregendes, lustiges und vollkommen akzeptiertes Spiel.
Aber wie es auch sein mag, eine Regel gilt immer, nämlich die des einvernehmlichen Vorgehens. So verwandelt sich eine vermeintlich peinliche Idee zu einem vertrauten Spiel und eine provokante Geste in ein aufregendes Erlebnis.