Fisten: So gelingt das erste Mal
Veröffentlicht am 23/06/2023 und aktualisiert am 03/06/2025 von Eric
Beim Fisten eröffnet sich Ihnen eine neue Welt voller intensiver Lustgefühle. In diesem Artikel zeigt Ihnen das LOVE Team, was sich hinter der Sexpraktik verbirgt und wie Sie sich selbst ans Fisten herantasten können, wenn Sie Lust haben, es auszuprobieren. Wenn Sie die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen und voller Vertrauen und Respekt füreinander vorgehen, kann es nur umwerfend werden!
Während einige finden, dass Fisting eine etwas brutalere Form des Fingerns ist, sagen andere, dass Fisting eine sehr erfüllende Sexpraktik ist. Damit es von allen Beteiligten als angenehm empfunden wird, ist, im wahrsten Sinne des Wortes, Fingerspitzengefühl gefragt - und natürlich Vertrauen. Die Person, die mit ihrer Hand in Sie eindringt, sollte dabei vor allem vorsichtig und respektvoll vorgehen und keinerlei Druck ausüben - weder psychisch noch körperlich.
Sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Paare können Fisting praktizieren, denn Fisting funktioniert sowohl vaginal als auch anal. Abgesehen von dem unglaublich intensiven Gefühl bei der Penetration schenkt Fisting Ihnen als Paar auch eine stärkere Bindung und ein tiefes Vertrauen ineinander.
Beim ersten Mal Fisting müssen Sie nicht unbedingt bis zum Handgelenk gehen. Am besten gehen Sie schrittweise vor. Lernen Sie, sich zu entspannen und loszulassen und nehmen Sie sich die Zeit, diese neue Technik in Ihrem eigenen Tempo zu entdecken.
1. Sprechen Sie darüber
Bevor Sie ungefragt beim Fingern die komplette Faust in Vagina oder Anus von Partnerin oder Partner einführen, sollten Sie sicherstellen, dass die Lust auf Fisting auf Gegenseitigkeit beruht. Sprechen Sie Ihren Wunsch also vorher an. Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass Fisting nicht jedermanns Sache ist und es sein kann, dass Sie auf Ablehnung stoßen. Aber Ihre Partnerin oder Ihr Partner wird es garantiert zu schätzen wissen, dass Sie so offen über Ihre Wünsche und Vorlieben im Bett sprechen.
Nutzen Sie die Gelegenheit, um zu erklären, was genau Sie am Fisten reizt und wie Sie sich Ihr erstes Mal Fisten vorstellen. Welche Rollen würden Sie einnehmen? Wie würde es ablaufen (vaginal oder anal)? Wo verlaufen Ihre eigenen Grenzen und die Grenzen von Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner? Alle diese Fragen sollten Sie im Vorfeld gemeinsam ansprechen und klären, sodass Sie beide wissen, worauf Sie sich einlassen.
Vaginal- vs. Anal-Fisting: die Unterschiede
Auch wenn das Prinzip das gleiche ist (was das schrittweise Einführen, das sanfte Vorgehen, die Verwendung von Gleitgel und das Berücksichtigen der Wünsche von Partnerin oder Partner angeht), wird Vaginal-Fisting ganz anders erlebt als Anal-Fisting. Die Empfindungen, die Vorbereitung und die körperlichen Gegebenheiten sind einfach nicht dieselben. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden und Ihr erstes Mal Fisting voll und ganz genießen zu können, sollten Sie sich daher im Vorfeld mit den Unterschieden auseinandersetzen.
Vaginal-Fisting: leichteres aber nicht unbedingt einfacheres Dehnen
Die Vagina ist von Natur aus so konzipiert, dass sie sich dehnen und anpassen kann, was für manche den Einstieg ins Fisting erleichtert. Das hängt jedoch stark davon ab, wie groß die sexuelle Erregung ist, wie gut man sich entspannen kann und wo man sich im Zyklus befindet: An manchen Tagen ist es angenehmer als an anderen.
Am besten klappt es, wenn man die Erregung langsam ansteigen lässt und auch die Intensität beim Fisting allmählich steigert, da die Vagina aufgrund einer unzureichenden sexuellen Erregung empfindlicher ist oder sich sogar unangenehm anfühlt.
Anal-Fisting: langsamer, anspruchsvoller und vor allem stark abhängig von der Fähigkeit loszulassen
Der Schließmuskel hat nicht dieselbe Elastizität wie die Vagina, und Anal-Fisting erfordert in der Regel mehr Zeit, mehr Vorbereitung und noch mehr Aufmerksamkeit auf Atmung und Entspannung.
Hier ist ein Gleitgel einfach unverzichtbar (und zwar in großen Mengen), da der Anus über keine natürliche Lubrikation verfügt. Und lassen Sie sich Zeit: Das Gefühl von Stress oder Druck kann schnell eine Blockade oder sogar Schmerzen hervorrufen.
2. Bereiten Sie sich vor
Die richtige Vorbereitung ist wie immer eine grundlegende Etappe. Wenn Sie beim Fisting den aktiven Part einnehmen möchten, schneiden Sie sich die Nägel kurz, um mögliche Verletzungen zu vermeiden. Nehmen Sie auch Ihren Schmuck (also Ring, Uhr oder Armband) ab, insofern Sie welchen tragen. Waschen Sie sich dann die Hände und Handgelenke mit einer antibakteriellen Seife und ziehen Sie einen Einmal-Latexhandschuh über, um eine Übertragung von Keimen und Bakterien zu vermeiden. Der Handschuh sollte die komplette Hand und einen Teil des Unterarms bedecken.
3. Schüren Sie die Lust beim Vorspiel
Beim Fisting empfiehlt es sich, nicht kalt zu starten. Nutzen Sie daher das Vorspiel, um die Lust langsam zu wecken und zu steigern. Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner wird danach noch stärker auf Ihr Fingerspiel reagieren. Gleichzeitig kann Ihre Partnerin oder Ihr Partner dadurch besser entspannen und das Einführen der Hand ist einfacher und angenehmer für alle Beteiligten.
4. Tragen Sie Gleitgel auf
Sparen Sie nicht am Gleitgel und verwenden Sie vorzugsweise ein hochwertiges Gleitmittel . Es sollte eher dickflüssig sein und sehr gute und lang anhaltende Gleiteigenschaften haben, um unangenehme Reibungen in Vagina oder Anus und an Ihrer Hand zu verringern.
Bedecken Sie die komplette Hand und das Handgelenk mit Gleitmittel und wiederholen Sie den Vorgang nach Bedarf. Am besten eignet sich ein Gleitmittel in einer Pumpflasche. So können Sie einhändig Gleitgel nachlegen und müssen das Fisting nicht unterbrechen.
5. Starten Sie möglichst sanft
Es gibt verschiedene Handhaltungen beim Fisting. Am besten starten Sie mit der Entenschnabel-Haltung. Dazu bringen Sie die Fingerspitzen längs zusammen und knicken den Daumen darunter ein, um eine möglichst längliche und gleitfreudige Form zu erreichen.
Bevor Sie die komplette Hand einführen, starten Sie mit einem Finger. Führen Sie dann einen zweiten Finger mit ein und geben Sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner Zeit, sich an das Gefühl zu gewöhnen. Achten Sie auf die Reaktionen und setzen Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner nicht unter Druck. Hören Sie auf, wenn Sie feststellen, dass das Einführen weiterer Finger nicht gewünscht ist.
Am schwierigsten ist sicherlich der Moment, in dem die komplette Hand in Vagina oder Anus gleitet. Unterstützen Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner dabei, sich zu entspannen und zwingen Sie sie zu nichts. Denn beim Fisting geht es überhaupt nicht darum, der anderen Person Schmerzen zuzufügen, sondern Lust zu schenken.
6. Verwöhnen Sie Ihre Partnerin
Was den meisten am Fisting gut gefällt, ist das Gefühl des Ausgefülltseins, das entsteht, sobald die Hand komplett eingeführt ist. Jetzt können Sie vorsichtig beginnen, Vagina oder Anus von innen zu erkunden und zu stimulieren. Machen Sie dabei möglichst langsame und sanfte Bewegungen mit den Fingern, streicheln Sie über die empfindlichsten Stellen und üben Sie nur leichten Druck auf die Vaginal- oder Analwand aus. Testen Sie aus, welche Bewegungen und Streicheleinheiten am besten ankommen. Zeigen Sie Ihre Geschicklichkeit, variieren Sie in den Bewegungen und lassen Sie sich von den Anweisungen Ihrer Partnerin oder Ihres Partners leiten.
7. Ziehen Sie Ihre Hand vorsichtig heraus
Sagen Sie Bescheid, wenn Sie Ihre Hand herausziehen möchten. Gehen Sie hier genauso langsam und vorsichtig vor wie beim Einführen. Achten Sie darauf, Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner keine Verletzungen oder Schmerzen zuzufügen. Bei Bedarf können Sie jede Ihrer Handlungen kommentieren. So weiß Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner Bescheid, was als nächstes geschieht.
8. Bitten Sie um eine Rückmeldung
Das LOVE Team empfiehlt immer, sich hinterher auszutauschen und über das Erlebte zu sprechen. Fisting kann sowohl auf körperlicher als auch auf emotionaler Ebene eine echte Herausforderung sein: Wie hat sich Ihre Partnerin oder Ihr Partner gefühlt? Was mochten Sie besonders am Fisting? Würden Sie es wieder versuchen? Nur so können Sie Ihr gemeinsames Sexleben verbessern.
Fisting ist keine gewöhnliche Sexpraktik. Wie immer sollten Sie aber den gegenseitigen Respekt und das Einvernehmen aller Beteiligten fordern, damit Ihr erstes Mal Fisten allen gefällt. Dabei sollten Sie nicht vergessen, dass es vor allem darauf ankommt, gemeinsam eine gute Zeit zu haben und Ihre Lust auszuleben.
Falls Sie vorher noch nie von Fisting gehört haben, konnten wir mit diesem Artikel hoffentlich Ihr Interesse an einer neuen Sexpraktik wecken. Wenn noch Fragen dazu offengeblieben sind, können Sie sich natürlich gerne an unser LOVE Team wenden.